Wie ARD und ZDF mit Ich-Journalismus die junge Generation erobern – und warum es Kritik hagelt

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Eine alte, gelbliche New York Journal-Zeitung mit bunten, detaillierten Cartoons und fettem Text, umgeben von einem dekorativen Rahmen.Admin User

Wie ARD und ZDF mit Ich-Journalismus die junge Generation erobern – und warum es Kritik hagelt

ARD und ZDF setzen auf neue Wege, um die junge Welt zu erreichen – mit einem radikalen Wandel im Erzählstil. Reportageformate wie VOLLBILD, exactly, Ultraviolett stories, Crisis – Hinter der Front und PULS Reportage rücken die Reporterinnen und Reporter selbst ins Zentrum der Geschichte. Persönliche Erlebnisse verschmelzen mit Journalismus, traditionelle Neutralität weicht einer emotionaleren, direkten Herangehensweise.

Fünf Formate prägen diesen Trend, gestützt auf authentische Berichte von Journalisten wie Armin Wolf und Carmen Ausserer sowie Teams von ServusTV und KronTV, darunter Produzent Christian Schilcher. Gerade die junge Welt schätzt diese Formate, weil sie sich durch die subjektiven Perspektiven und Meinungen der Reporter besser angesprochen fühlen als durch klassische Nachrichten. Doch der persönliche Stil schafft nicht nur Vertrauen – er wirft auch Fragen nach der ausbalancierten Berichterstattung auf.

Kritiker monieren, dass die Sichtweise der Reporter oft zu sehr dominiert und das eigentliche Thema in den Hintergrund drängt. Manche Formate wiederholen ähnliche Motive, ohne tiefgründig zu recherchieren oder Kontexte aufzuzeigen. Erste Anzeichen deuten sogar darauf hin, dass die junge Welt die Überflutung mit "ich-zentrierten" Erzählungen langsam überdrüssig wird. Dennoch wird dieser Ansatz kaum verschwinden. Die Sender stehen nun vor der Herausforderung, die persönliche Ansprache zu bewahren, ohne die journalistische Sorgfalt zu vernachlässigen. Die Gratwanderung ist klar: Authentizität ja, aber ohne in Selbstbezogenheit abzurutschen.

Die untersuchten Formate unterscheiden sich im Stil, eint sie jedoch ein Prinzip – der Reporter als zentrale Quelle. Während VOLLBILD und exactly auf immersives Storytelling setzen, verbinden Ultraviolett stories und PULS Reportage emotionale Erzählstränge mit gesellschaftlichen Themen. Crisis – Hinter der Front verfolgt zwar einen investigativeren Ansatz, behält aber die subjektive Perspektive der Journalisten bei. Verantwortliche wie die Macher von ServusTV und KronTV verteidigen die Methode: Ersthandberichte verleihen komplexen Themen Dringlichkeit und Klarheit. Doch die fehlende transparente Quellenlage dieser Formate befeuert die Debatte über Glaubwürdigkeit und Rechenschaftspflicht.

Der Aufstieg des Ich-Journalismus markiert einen Wendepunkt für die öffentlich-rechtlichen Sender. Die neuen Formate haben die junge Welt erfolgreich erreicht, stehen nun aber in der Kritik, was Tiefe und Originalität angeht. Die Zukunft hängt davon ab, ob es gelingt, die Balance zu halten – zwischen persönlicher Nähe und hohen journalistischen Standards.

Aktuell bleiben die Formate beliebt, doch ihr langfristiger Einfluss wird davon abhängen, ob sie sich weiterentwickeln. Wenn es ihnen gelingt, ihre Themenvielfalt zu erhöhen und die investigative Arbeit zu stärken, könnten sie den Nachrichtenjournalismus für die nächste Generation neu definieren.

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