Krebsbehandlung in Gefahr: Warum das SRH-Krankenhaus in Sigmaringen um seine ambulante Onkologie kämpft

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Ein Arzt in weißem Kittel erklärt einem CT-Scan-Gerät zwei Menschen in schwarzen Mänteln.Admin User

Krebsbehandlung in Gefahr: Warum das SRH-Krankenhaus in Sigmaringen um seine ambulante Onkologie kämpft

Krankenhaus SRH in Sigmaringen kämpft um Erhalt der onkologischen ambulanten Versorgung

Seit Monaten ohne Chefarzt ringt das Krankenhaus SRH in Sigmaringen darum, seine ambulante Krebsbehandlung aufrechtzuerhalten. Seit Februar kommt es bei gesetzlich versicherten Krebspatienten zu Behandlungsunterbrechungen. Der Fall verdeutlicht die größeren Herausforderungen, vor denen Krankenhäuser stehen, während sie sich auf einen Anstieg ambulanter Behandlungen im Rahmen der neuen Gesundheitspolitik vorbereiten.

In Deutschland wird die ambulante Versorgung überwiegend von niedergelassenen Ärzten übernommen. Krankenhäuser dürfen nur in Ausnahmefällen und mit Sondergenehmigungen ambulante Leistungen anbieten. Diese Genehmigungen gelten in der Regel für komplexe Eingriffe, etwa die Kontrolle von Schrittmachern oder Defibrillatoren, die spezielle Geräte erfordern, über die Standardpraxen nicht verfügen.

Über die Ausnahmen entscheidet der Zulassungsausschuss, dem Krankenkassen und Ärzte angehören. Doch selbst mit Genehmigung ist die ambulante Behandlung für Krankenhäuser weniger lukrativ als die stationäre Versorgung – unter anderem wegen höherer Kosten. Diese finanzielle Belastung ist weit verbreitet: Mehr als zwei Drittel der deutschen Krankenhäuser schreiben bereits rote Zahlen.

In Sigmaringen bietet das Krankenhaus ambulante Leistungen in mehreren Fachbereichen an, darunter Urologie, Kardiologie und Onkologie. Die Geschäftsführung betont, dass diese Angebote die lokale Ärzteschaft ergänzen und nicht mit ihr konkurrieren sollen. Dennoch fehlt der onkologischen Abteilung seit Februar eine feste Führungskraft, wodurch einige Krebspatienten ohne notwendige ambulante Behandlung bleiben.

Hinzu kommt ein weiterer Wechsel: Der Kardiologe Jan Prillinger wird ab dem 1. Oktober die Betreuung von Schrittmacher- und Defibrillator-Patienten im Krankenhaus einstellen. Er wechselt in die Gemeinschaftspraxis Hanfertal, was die ambulante Kapazität des Hauses weiter verringert.

Die Situation in Sigmaringen spiegelt einen bundesweiten Trend wider, da die Gesundheitspolitik zunehmend auf ambulante Behandlungen setzt. Ohne staatliche Förderung tun sich Krankenhäuser wie das SRH Sigmaringen jedoch schwer, diese Angebote auszubauen – zumal sie gleichzeitig finanzielle Verluste verkraften müssen. Die vakante Stelle in der Onkologie führt zudem zu anhaltenden Verzögerungen für Krebspatienten, die auf ambulante Behandlungen angewiesen sind.

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