ZF-Chef Miedreich setzt auf radikale Entschuldung und 14.000 Stellenabbau bis 2028
Dies ist das wichtigste Ziel des neuen ZF-CEOs - ZF-Chef Miedreich setzt auf radikale Entschuldung und 14.000 Stellenabbau bis 2028
Das wichtigste Ziel des neuen ZF-Chefs ist die Entschuldung
Das wichtigste Ziel des neuen ZF-Chefs ist die Entschuldung
- Dezember 2025, 13:20 Uhr
ZF, Deutschlands zweitgrößter Automobilzulieferer, streicht bis 2028 bis zu 14.000 Stellen im Rahmen eines umfassenden Sparprogramms. Das am Bodensee ansässige Unternehmen steht unter wachsendem Druck: Eine Schuldenlast von 10,6 Milliarden Euro und eine schwache Nachfrage in der Automobilbranche belasten die Bilanz. Für den neuen Vorstandsvorsitzenden Mathias Miedreich hat die Entschuldung in den kommenden zwei Jahren oberste Priorität.
Miedreich übernahm im Oktober 2023 die Führung eines Konzerns, der mit sinkender Fahrzeugproduktion, rückläufigen Aufträgen und dem zögerlichen Umstieg auf Elektromobilität kämpft. Diese Herausforderungen haben ZF in die Verlustzone gedrängt und zwingen das Unternehmen zu radikalen Maßnahmen, um die finanzielle Stabilität wiederherzustellen.
Die Schulden, die bis September 2023 auf 10,6 Milliarden Euro anwuchsen, verursachen jährlich Hunderte Millionen Euro an Zinskosten. Diese Belastung schränkt ZFs Investitionsfähigkeit ein und treibt den Konzern dazu, nicht zum Kerngeschäft gehörende Bereiche zu verkaufen – darunter die ehemalige Sparte "Passive Sicherheitstechnik".
Im Mittelpunkt der Umstrukturierung steht die Antriebsdivision, wo bis 2027 Einsparungen von über 500 Millionen Euro erzielt werden sollen. Die Division E, die im Vorjahr noch hohe Verluste verbuchte, schreibt hingegen seit Mitte 2024 schwarze Zahlen und erwartet, profitabel zu bleiben. Um die Abläufe zu straffen, räumt Miedreich den einzelnen Divisionen mehr Eigenständigkeit ein – das Ziel: ZF soll schlanker und agiler werden.
Die Stellenstreichungen haben bereits begonnen: Tausende Arbeitsplätze wurden abgebaut, viele Beschäftigte müssen mit kürzeren Arbeitszeiten auskommen. Das Unternehmen betont, dass diese Schritte notwendig seien, um die Zukunft in einer sich rasant wandelnden Branche zu sichern.
ZFs radikale Sparmaßnahmen spiegeln die allgemeinen Schwierigkeiten der Zulieferer wider, die sich an die Elektromobilität und die nachlassende Nachfrage anpassen müssen. Mit der Entschuldung als vordringlichem Ziel setzt der Konzern auf Effizienzsteigerungen und den Verkauf von Unternehmensteilen, um wieder stabil zu werden. Die nächsten Jahre werden zeigen, ob diese Strategie die finanzielle Handlungsfähigkeit und Wettbewerbsfähigkeit von ZF zurückbringen kann.
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