Geheime Freiheit: Wie Dresdens Obergraben-Druckerei die DDR-Kunst revolutionierte
Geheime Freiheit: Wie Dresdens Obergraben-Druckerei die DDR-Kunst revolutionierte
1978 eröffnete in der DDR die Dresdner Obergraben-Druckerei – eine einzigartige Mischung aus Künstlerkollektiv, Druckwerkstatt und Galerie. Die Initiative entstand aus einer Gruppe von Künstlern und Druckern, die innerhalb der engen Grenzen der staatlich gelenkten Kulturpolitik nach künstlerischer Freiheit strebten. Mit Unterstützung lokaler Behörden entwickelte sich der Ort zu einem seltenen Experimentierfeld unter den wachsamen Augen der offiziellen Institutionen.
Das Projekt nahm Gestalt an, als der Drucker Jochen Lorenz, müde von Routineaufträgen wie dem Druck von Fahrplänen für die Staatsbahn, sich mit Künstlern zusammentat, die nach anspruchsvolleren Arbeiten strebten. Zu ihnen zählte A.R. Penck, der 1971 die Künstlergruppe Lücke mitgegründet hatte, bevor sie fünf Jahre später aufgelöst wurde. In dieser Zeit verfeinerte Penck seine Theorie Vom Untergrund zum Obergrund, in der er den Übergang von clandestiner zu halb-offizieller künstlerischer Expression untersuchte.
Der entscheidende Moment kam 1978, als Eberhard Göschel in ein größeres Atelier umzog und damit eine Dreizimmerwohnung für die Werkstatt freimachte. Göschel und Peter Herrmann – beide seit 1976 in der Arbeitsgruppe des Leonhardi-Museums aktiv – schlossen sich mit Lorenz zusammen, um die Druckerei zu gründen. Zu ihrer Ausstattung gehörte eine restaurierte italienische Druckerpresse aus dem Jahr 1908, die Bernhard Theilmann geborgen und instand gesetzt hatte.
Mit staatlichen Kulturzuschüssen operierend, balancierte die Obergraben-Druckerei zwischen institutioneller Kontrolle und begrenzter Autonomie. Sie veröffentlichte Drucke, veranstaltete Ausstellungen und förderte Kooperationen – stets innerhalb der engen Grenzen der DDR-Kulturvorschriften.
Die Dresdner Obergraben-Druckerei schuf sich eine Nische als halb-offizielles Zentrum für Künstler in der DDR. Die Kombination aus staatlicher Förderung und basisdemokratischem Engagement ermöglichte ihr jahrelanges Wirken und bot eine seltene Plattform für Kreativität unter den Beschränkungen des Kalten Krieges. Das Erbe der Werkstatt spiegelt sowohl die Zwänge als auch den leisen Widerstandsgeist der ostdeutschen Kunstszene wider.
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