Strengere Regeln für medizinisches Cannabis: Was sich für Patienten jetzt ändert
Strengere Regeln für medizinisches Cannabis: Was sich für Patienten jetzt ändert
Die deutsche Regierung verschärft die Regeln für medizinisches Cannabis, um Missbrauch zu verhindern, ohne dabei die Versorgung von Patienten zu gefährden. Bereits mehr als 100.000 Menschen im Land sind auf das Mittel angewiesen – etwa zur Schmerzlinderung oder zur Steigerung ihrer Lebensqualität. Doch Beamte warnen, dass Fehlgebrauch und übermäßige Verschreibungen durch strengere Kontrollen eingedämmt werden müssen.
Ein Gesetzentwurf sieht nun ein Verbot von Online-Rezepten und dem Versandhandel mit medizinischem Cannabis vor. Der Vorstoß folgt auf Bedenken, dass einige Patienten zu leicht an Rezepte gelangen, mitunter über einfache Online-Fragebögen. Der Pharmakonzern Stada unterstützt das Verbot von Postlieferungen und plädiert für eine strengere Überwachung.
Bis Juni 2023 waren über 86.000 Patienten für medizinisches Cannabis registriert, wobei im ersten Halbjahr desselben Jahres 1,8 Tonnen abgegeben wurden. Auch die Importe stiegen stark an und erreichten 32 Tonnen. Der Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Professor Dr. Hendrik Streeck, betont, der Fokus müsse auf der medizinischen Verantwortung liegen – und nicht auf Debatten über eine Legalisierung.
Rund fünf Millionen Erwachsene in Deutschland konsumieren Cannabis, und die Behörden erkennen diese Realität an. Gleichzeitig pochen sie auf klare Regeln, um Abhängigkeitsrisiken zu minimieren. Künftig wird für Telemedizin-Rezepte zunächst ein persönlicher Arztbesuch Pflicht sein.
Die geplanten Änderungen sollen den Zugang für tatsächlich Bedürftige sichern, gleichzeitig aber den Schutz vor Missbrauch stärken. Medizinisches Cannabis bleibt verfügbar, doch bei Verschreibung und Verteilung sind strengere Auflagen zu erwarten. Die Haltung der Regierung spiegelt die Sorge über zunehmenden Fehlgebrauch wider, anerkennt aber zugleich die Bedeutung des Wirkstoffs in der Schmerztherapie.
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